Incentives für Ihre Mitarbeiter: Die Alternativen zur Gehaltserhöhung

Von 17. April 2018Löhne und Gehälter

Von diesen steuerfreien Extras profitieren Sie und Ihre Angestellten

Wertschätzung ist die beste Motivation für Arbeitnehmer. Sie möchten Ihre Angestellten zum Beispiel für einen erfolgreichen Projektabschluss belohnen? Oder sie am Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen?

Dann ist eine Gehaltserhöhung nicht immer die beste Idee. Von bestimmten Sachzuwendungen profitieren Sie und Ihre Angestellten viel mehr, weil dafür Steuern und Sozialversicherungsabgaben entfallen.

In diesem Blogartikel erfahren Sie, warum sich Sachbezüge für Sie und Ihre Angestellten lohnen und welche Möglichkeiten Sie haben, Arbeitnehmern steuerfreie Extras zukommen zu lassen.

 

Steuerfreie Sachbezüge bis zu 44 Euro monatlich

Wenn Sie sich mit einer Gehaltserhöhung bei Ihren Angestellten bedanken wollen, kommt nur etwa die Hälfte vom Brutto beim Arbeitnehmer an. Entscheiden Sie sich dagegen für sogenannte Sachbezüge, sind diese bis zur Grenze von 44 Euro pro Monat steuerfrei für den Angestellten. Als Arbeitgeber sparen Sie zudem die Sozialversicherungsabgaben.

Beliebt sind etwa Bahntickets, Tank- und Einkaufsgutscheine. Bei Gutscheinen müssen Sie sicherstellen, dass diese nicht bar ausgezahlt werden können. Sonst erkennt das Finanzamt den Gutschein nicht als echten Sachbezug an.

Wichtig ist, dass es sich nicht um einen Freibetrag, sondern um eine Freigrenze handelt. Wenn Sie die 44-Euro-Grenze im Monat überschreiten, wird der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig. Beachten Sie auch, dass eventuelle Versand- und Handlingkosten mit dazuzählen.

Die Freigrenze von 44 Euro gilt für alle Sachbezüge in dem Monat, nicht für jeden einzelnen Sachbezug. Sollten Sie die 44 Euro in einem Monat nicht voll ausschöpfen, können Sie den Restbetrag nicht auf andere Monate übertragen. Sie können die steuerfreien Sachbezüge auch nicht zu einem Jahresbetrag zusammenfassen und Ihren Angestellten zum Beispiel am Ende des Jahres einen Gutschein von 500 Euro überreichen.

Private Nutzung von Laptops und Smartphones

Mitarbeitern, die viel dienstlich unterwegs sind oder im Homeoffice arbeiten, können Sie Laptops, Tablets und Smartphones zur Verfügung stellen und die laufenden Kosten dafür übernehmen. Diese Geräte kann der Arbeitnehmer dann steuerfrei privat nutzen.

Da Sie die Geräte anschaffen und Ihrem Mitarbeiter nur zur Nutzung überlassen, solange er im Unternehmen angestellt ist, bleiben die Geräte in Ihrem Besitz.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Nur gesunde Mitarbeiter können gute Leistungen bringen. Dass Ihre Mitarbeiter gesund bleiben, ist daher auch in Ihrem eigenen Interesse. Vom Gesetzgeber gibt es als Anreiz zur Gesundheitsprävention einen steuer- und sozialversicherungsfreien Betrag von 500 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer.

Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a des Fünften Sozialgesetzbuches genügen, soweit sie 500 EUR im Kalenderjahr nicht überstehen, d. h. die Maßnahmen müssen zertifiziert sein.

Diesen Freibetrag können Sie Ihren Mitarbeitern für Leistungen zukommen lassen, die den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Raucherentwöhnungskurse
  • Rückenschule
  • Yoga- und Entspannungskurse
  • Ernährungsberatung

Was nicht steuerlich vergünstigt ist, ist der Zuschuss zur Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder Sportverein.

Da es sich hier um einen Freibetrag handelt, wird nur der Betrag, der über 500 Euro liegt, steuer- und sozialversicherungspflichtig, falls Sie den Freibetrag überschreiten.

Essensgutscheine

Eine weitere Möglichkeit, Ihren Mitarbeitern etwas Gutes zu tun, sind Zuschüsse zum Mittag- oder Abendessen. Für jeden Mitarbeiter beträgt der tägliche Essenszuschuss 2019 maximal 6,40 Euro.

Davon sind 3,10 Euro steuer- und sozialabgabenfrei. Der Sachbezugswert von 3,30 Euro muss eigentlich normal vom Mitarbeiter versteuert werden (geldwerter Vorteil). Sie können aber auch die pauschale Versteuerung mit 25 Prozent übernehmen, sodass der Mitarbeiter den Essensgutschein brutto wie netto erhält. Bei 220 Arbeitstagen im Jahr hätte der Arbeitnehmer so rund 1.408 Euro netto mehr in der Tasche.

Es gibt zum Beispiel Restaurantschecks, die für die unterschiedlichsten Mahlzeiten an verschiedenen Stellen eingelöst werden können, etwa in Gaststätten, der Systemgastronomie, Supermärkten oder in Bäckereien. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter mit den Gutscheinen nur Lebensmittel kaufen können. Alkohol und Tabak sind nicht inbegriffen.

Zuschuss zur Kinderbetreuung

Kinderbetreuung kostet einige Hundert Euro pro Monat. Arbeitnehmer mit kleinen Kindern können Sie deshalb gut mit einem Zuschuss zur Kinderbetreuung unterstützen. Vielleicht übernehmen Sie sogar die kompletten Kosten.

Steuer- und sozialabgabenfrei ist dann die Betreuung in Kindergärten, Krippen, Krabbelstuben oder bei einer Tagesmutter. Entscheidend ist, dass die Kinder nicht zu Hause betreut werden und nicht schulpflichtig sind.

Es gibt noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, Ihren Angestellten eine Anerkennung zukommen zu lassen. Wenn Sie diese clever kombinieren, haben alle mehr davon als von einer Gehaltserhöhung, von der am Ende nicht viel übrig bleibt.

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