Bundesfinanzhof ändert seine Rechtsprechung zu eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen

Von 19. Dezember 2017Steuer-News

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat seine Rechtsprechung zur eigenkapitalersetzenden
Finanzierung bei der GmbH mit Urteil vom 11.7.2017 geändert. Danach
ist mit der Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts durch das Gesetz
zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen
(MoMiG) die gesetzliche Grundlage für die bisherige Rechtsprechung
zur Berücksichtigung von Aufwendungen des Gesellschafters aus eigenkapitalersetzenden
Finanzierungshilfen als nachträgliche Anschaffungskosten entfallen.

Aufwendungen des Gesellschafters aus seiner Inanspruchnahme als Bürge für Verbindlichkeiten
der Gesellschaft führen nicht mehr zu nachträglichen Anschaffungskosten
auf seine Beteiligung. Nachträgliche Anschaffungskosten minderten den Veräußerungsoder
Auflösungsgewinn oder erhöhten einen entsprechenden Verlust.

Durch das MoMiG sind Darlehen, die ein Gesellschafter seiner Gesellschaft gegeben
hat, im Insolvenzverfahren der Gesellschaft nachrangig zu erfüllen. Eine Kapitalbindung
tritt nicht mehr ein. Mit der Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts ist die gesetzliche
Grundlage für die bisherige Annahme von nachträglichen Anschaffungskosten entfallen.

Anmerkung: Die Entscheidung des BFH hat große Auswirkung auf die Finanzierung von
Kapitalgesellschaften durch Gesellschafterdarlehen und die Absicherung von Darlehen
durch Bürgschaften des Gesellschafters. Er gewährt deshalb Vertrauensschutz in die
bisherige Rechtsprechung für alle Fälle, in denen der Gesellschafter eine eigenkapitalersetzende
Finanzierungshilfe bis zum 27.9.2017 geleistet hat oder wenn eine Finanzierungshilfe
des Gesellschafters bis zu diesem Tag eigenkapitalersetzend geworden ist.

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