Kein „Spekulationsgewinn“ bei selbst genutzten Ferienhäusern und Zweitwohnungen

Von 19. Dezember 2017Steuer-News

Zu den steuerpflichtigen Einkünften gehören auch Einkünfte aus privaten
Veräußerungsgeschäften – sog. „Spekulationsgeschäften“. Dazu zählen u. a.
Veräußerungen von Grundstücken, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung
und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt.

Werden die Grundstücke im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und
Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung
und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt, unterfallen
sie nicht der Steuerpflicht.

Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs in seiner Entscheidung vom 27.6.2017 wird ein
Gebäude auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt, wenn es der Steuerpfl ichtige nur
zeitweilig bewohnt, sofern es ihm in der übrigen Zeit als Wohnung zur Verfügung steht.
Danach setzt die Nutzung zu „eigenen Wohnzwecken“ weder die Nutzung als Hauptwohnung
voraus noch muss sich dort der Schwerpunkt der persönlichen und familiären
Lebensverhältnisse befinden.

Anmerkung: Ein Steuerpflichtiger kann deshalb mehrere Gebäude gleichzeitig zu eigenen
Wohnzwecken nutzen. Erfasst sind daher auch Zweitwohnungen, nicht zur Vermietung
bestimmte Ferienwohnungen und Wohnungen, die im Rahmen einer doppelten
Haushaltsführung genutzt werden. Nach dieser Entscheidung sind nicht dauernd
bewohnte Zweitwohnungen und ausschließlich eigengenutzte Ferienwohnungen nicht
von der steuerlichen Begünstigung ausgenommen

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