Vorauszahlung von privaten Krankenversicherungsbeiträgen kann sich rechnen

Von 19. Dezember 2017Steuer-News

Beiträge für die Basiskranken- und Pflegeversicherung sind seit 2010 in
unbegrenzter Höhe als Vorsorgeaufwendungen steuerlich abziehbar. Wenn
dadurch der jährliche Höchstbetrag für übrige Vorsorgeaufwendungen für
Selbstständige nicht ausgeschöpft ist, können Ausgaben für weitere Versicherungen
geltend gemacht werden. I. d. R. ist der Höchstbetrag jedoch
schon allein durch die Krankenversicherungsbeiträge überschritten, mit der Folge, dass
andere übrige Vorsorgeaufwendungen faktisch steuerlich nicht berücksichtigt werden.

Das Einkommensteuergesetz regelt, dass Beiträge für künftige Jahre im Zahlungsjahr
abziehbar sind, soweit sie das 2,5-fache der für das Zahlungsjahr gezahlten Beiträge
nicht übersteigen. Werden Krankenversicherungsbeiträge in der erlaubten Höhe vorausbezahlt,
kann sich daraus für nicht gesetzlich Versicherte – unter weiteren Voraussetzungen
– ein interessanter Steuerspareffekt ergeben.

So können im Jahr der Zahlung die kompletten Vorauszahlungen steuerlich geltend gemacht
werden. Dafür brauchen im Folgejahr keine Krankenversicherungsbeiträge mehr
gezahlt werden und die anderen Vorsorgeaufwendungen wie z. B. Beiträge zu Kapital-
Lebensversicherungen werden steuerlich wirksam.

Bitte beachten Sie! Ob sich diese Gestaltung lohnt, muss im Einzelfall geprüft werden,
da die Einkünfte der betroffenen Jahre, die Progression oder Verlustverrechnungen berücksichtigt
werden müssen. Grundsätzlich sollten ausreichend andere sonstige Vorsorgeaufwendungen
wie z. B. Beiträge zu Kapital-Lebensversicherungen, Haftpflicht- und
Unfallversicherungen vorhanden sein und die Krankenkasse die Vorauszahlung akzeptieren.
Bei Pflichtversicherten in der gesetzlichen Krankenkasse ist dies nicht möglich.

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