Gründungsförderung: Welche Fördermittel gibt es für Existenzgründer in 2019?

Von 22. Mai 2019Steuertipps

Überblick über die wichtigsten Anlaufstellen für Förderangebote

Als Gründer kann man jede Art von Unterstützung gut gebrauchen – sei es in Form von Beratung, Weiterbildung oder finanzieller Starthilfe. Öffentliche und staatliche Förderangebote können beim Start in die Selbstständigkeit eine große Hilfe sein.

Doch davon gibt es einige. Außerdem laufen Förderprogramme ab und werden durch neue ersetzt. Deshalb ist es gar nicht so einfach, den Überblick über die verschiedenen Angebote zu erhalten.

In diesem Blogartikel haben wir Ihnen die wichtigsten Anlaufstellen für Förderangebote für Gründer zusammengestellt.

Arbeitsagentur/Jobcenter: Gründungszuschuss und Existenzgründer-Coaching

Wer aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen möchte, kann bei der Bundesagentur für Arbeit beziehungsweise beim Jobcenter finanzielle Unterstützung für die ersten Monate beantragen. Die zuständige Stelle hängt davon ab, ob Sie gerade Arbeitslosengeld 1 oder 2 beziehen.

Bei ALG-I-Empfängern nennt sich die Förderung „Gründungszuschuss“. Wird dieser bewilligt, erhalten Sie für sechs Monate jeden Monat Ihren bisherigen ALG-I-Satz (sind aber selbstständig und nicht mehr arbeitslos gemeldet) plus 300 Euro monatlich, um zum Beispiel Ihre Krankenversicherungsbeiträge zu decken.

Nach diesen sechs Monaten können Sie einen Antrag auf Verlängerung des Gründungszuschusses stellen. Bei Bewilligung erhalten Sie für weitere neun Monate 300 Euro monatlich, der ALG-I-Satz wird nicht weitergezahlt.

Wenn Sie bisher ALG II beziehen, können Sie das sogenannte „Einstiegsgeld“ beantragen. Auch hier richtet sich die Höhe nach den bisherigen ALG-II-Bezügen. Im Vergleich zum „Gründungszuschuss“ für ALG-I-Empfänger wird das „Einstiegsgeld“ länger gezahlt, für einen Zeitraum von 24 Monaten. Außerdem können Sie noch einen Investitionszuschuss von bis zu 5.000 Euro beantragen.

Neben dem „Gründungszuschuss“ und dem „Einstiegsgeld“ können Arbeitslose bei der Arbeitsagentur beziehungsweise beim Jobcenter einen „Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein“ (AVGS) erhalten. Existenzgründer haben die Möglichkeit, diesen für ein Gründer-Coaching einzusetzen, bei dem Sie von einem Profi beim Aufbau des Unternehmens unterstützt werden.

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Kredite für Gründer

Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es zahlreiche Förderprogramme für kleine und mittlere Unternehmen. Für Existenzgründer sind die folgenden Angebote interessant:

  • „ERP-Kapital für Gründung“: Für die Einrichtung und zum Betrieb eines Unternehmens werden Kredite bis zu 500.000 Euro an Existenzgründer im Haupterwerb, Freiberufler, Unternehmensnachfolger und junge Unternehmen Es sind mindestens 10 Prozent Eigenkapital erforderlich.
  • „ERP-Gründerkredit – Startgeld“: Dieser Kredit kann auch von Selbstständigen im vorläufigen Nebenerwerb beantragt werden. Die Höhe des Kredites beläuft sich auf maximal 100.000 Euro. Es ist kein Eigenkapital notwendig.
  • „ERP-Gründerkredit – Universell“: Bei diesem Förderangebot werden Kredite bis 10.000.000 Euro an Unternehmen vergeben, die seit maximal drei Jahren am Markt sind, auch vorläufig im Nebenerwerb.
  • „ERP-Startfonds – Eigenkapital für junge Technologieunternehmen“: Unternehmen aus der Technologiebranche, die weniger als zehn Jahre am Markt bestehen, können für alle Investitionen, die mit dem Betrieb des Technologieunternehmens zusammenhängen, einen Kredit von bis zu 5.000.000 Euro Es ist ein weiterer Beteiligungsgeber als Leadinvestor erforderlich.

Landesbanken: Beratungsförderung vor der Gründung

Auch die Bundesländer bieten verschiedene Förderprogramme für Existenzgründer an.

Im Gegensatz zu anderen Angeboten können Sie bei den Landesförderbanken schon vor der Gründung Beratungsleistungen beantragen. Gerade eine Beratung zu Finanzierungsfragen und die Vorbereitung auf Gespräche mit der Bank sind sehr sinnvoll für angehende Gründer.

Welche Förderprogramme es gibt und welche Landesbank für Sie zuständig ist, hängt von Ihrem Standort ab. Hier finden Sie Ihre Landesförderbank mit der entsprechenden Verlinkung. https://www.investitionsbank.info/

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): Beratungs-, Investitions- und Messeförderung

Auf Bundesebene ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein guter Ansprechpartner für Gründungsförderung https://www.bafa.de/DE/Wirtschafts_Mittelstandsfoerderung/wirtschafts_mittelstandsfoerderung_node.html. Folgende Programme sind für junge Unternehmen geeignet:

  • „Förderung unternehmerischen Know-hows“: Existenzgründer und junge Unternehmen können Beratungsleistungen zu organisatorischen, vertrieblichen, wirtschaftlichen, personellen und strukturellen Themen in Anspruch nehmen. Auch die Themenbereiche Marketing und Unternehmensnachfolge können Gegenstand der Beratung sein. Wie hoch der Zuschuss ist, hängt von Ihrem Standort und der Unternehmenssituation ab. Die Zuschüsse können 50 bis 90 Prozent betragen.
  • „Messeprogramm junge innovative Unternehmen“: Internationale Leitmessen sind eine gute Chance, um das eigene Unternehmen zu präsentieren. Junge innovative Unternehmen können sich die Teilnahme an von Messeveranstaltern organisierten Gemeinschaftsständen auf internationalen Leitmessen in Deutschland fördern lassen. Der Zuschuss beträgt 60 bis 70 Prozent der vom Messeveranstalter in Rechnung gestellten Kosten für Standmiete und Standbau.
  • „Invest – Zuschuss für Wagniskapital“: Um Gründern die Akquise von Investoren zu erleichtern, will das Programm private Investoren (Business Angels) durch Zuschüsse motivieren, Wagniskapital für junge innovative Unternehmen bereitzustellen. Der Investor bekommt 20 Prozent des Anteilspreises vom BAFA zurückerstattet, wenn er dem jungen Unternehmen mindestens 10.000 Euro zur Verfügung stellt und sich mindestens drei Jahre beteiligt.
  • „Beratungsförderung“: Kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler können sich Beratungsleistungen zu betriebswirtschaftlichen Fragestellungen durch einen Zuschuss von 75 Prozent der Beratungskosten fördern lassen. Es ist eine Förderung bis maximal 1.500 Euro möglich. Die Unternehmen sollten mindestens ein Jahr bestehen. Für die Beratung kommen nur durch das BAFA berechtigte Unternehmensberater infrage.

Auch die Städte und Kommunen bieten eigene Förderprogramme für Existenzgründer an. Erkundigen Sie sich am besten bei der Wirtschaftsförderung Ihrer Stadt, welche Möglichkeiten es für Sie gibt.

Angehende Gründer haben, je nach Bedarf, verschiedene Förderprogramme zur Auswahl, die sie vor und nach der Gründung unterstützen. Informieren Sie sich rechtzeitig, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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