Jahresendspurt: 6 Steuerspar-Tipps für Unternehmer*innen zum Jahresende

Von 5. Dezember 2019Steuertipps

Wie Sie noch für dieses Jahr Ihre Steuerlast mindern

Steuerspar-Tipps zum Jahresende haben Tradition – auch auf unserem Blog. Denn auch wenn die letzten Tage des laufenden Geschäftsjahres schon gezählt sind, gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie als Selbstständige*r Ihre Steuerlast mindern können. Und zwar ganz legal, ohne halbseidene Tricks.

Es gibt für Selbstständige und Unternehmer*innen einfach so vielfältige Möglichkeiten, Ausgaben gewinnmindernd von der Steuer abzusetzen, sodass die wenigsten an alles denken. In diesem Blogartikel haben wir Ihnen ein paar der weniger bekannten Tipps zum Steuernsparen am Jahresende zusammengefasst.

1. Steuerpauschalierung für kurzfristige Beschäftigungen nutzen

Gerade im Weihnachtsgeschäft oder zur Inventur am Jahresende wird jede helfende Hand gebraucht. Wenn Sie dafür zum Beispiel Ihre Familienangehörigen beschäftigen wollen, können Sie Steuern sparen. Denn für zeitlich begrenzte, kurzfristige Beschäftigungen besteht zum einen keine Sozialversicherungspflicht. Zum anderen gibt es verschiedene Möglichkeiten der Steuerpauschalierung, die Vorteile für Sie und Ihre Familienangehörigen haben können.

Wichtig ist, dass die kurzfristige Beschäftigung nicht länger als drei Monate oder 70 Tage im Jahr dauert. Außerdem muss die Beschäftigung vertraglich oder nach der Art des Beschäftigungsverhältnisses (Saisonarbeit) begrenzt angelegt sein.

2. Leasingraten voll von der Steuer absetzen

Wenn Sie Anschaffungen tätigen, können Sie Ihre Steuerlast senken. Doch sollten Sie dabei genau überlegen, ob Sie kaufen oder leasen. Beim Kauf von teuren Anlagegütern wie Maschinen, Fahrzeugen und Bürotechnik ist zu beachten, dass Sie die Kosten nur über den gesamten Nutzungszeitraum abschreiben können. Die Betriebsausgabe ist im Jahr der Anschaffung dementsprechend gering, obwohl Sie die gesamten Kosten zahlen. Nur geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) bis 800 Euro netto können Sie sofort komplett abschreiben.

Daher sollten Sie als Unternehmer*in auch das Leasing, zum Beispiel von Bürotechnik, in Betracht ziehen, um die finanzielle Belastung zu verringern. Im Gegensatz zum Kauf sind die einzelnen Leasingraten bei der Steuer voll absetzbar und können so für Sie von Vorteil sein.

3. Den Firmenwagen als Betriebsvermögen ansetzen

Egal, ob Sie Ihren Privatwagen zum Firmenwagen machen oder einen Firmenwagen kaufen oder leasen: Wenn der Anteil der betrieblichen Fahrten über 10 Prozent liegt, können Sie entscheiden, ob das Fahrzeug ins Privat- oder Betriebsvermögen gehört. Am besten führen Sie über einen längeren Zeitraum ein Fahrtenbuch – dadurch wird die prozentuale Nutzung des Autos erkennbar und gegenüber den Finanzbehörden nachweisbar. Liegt der Anteil der Dienstfahrten über 50 Prozent, ist klar, dass das Fahrzeug ein Firmenwagen ist.

Wenn Sie das Fahrzeug zum Betriebsvermögen zählen, sind alle Kosten für das Fahrzeug voll absetzbar. Dazu gehören zum Beispiel Reparaturen (keine Nachrüstungen), Ölwechsel, Tankkosten, Parkgebühren, Autowäsche, Sommer- und Winterreifen, Maut, Kfz-Versicherungen und Kfz-Steuern.

4. Bei hohem Gewinn Rücklagen bilden

Wenn Sie in diesem Jahr einen hohen Gewinn erwarten, können Sie aus einem Teil des Gewinns Rücklagen bilden. Denn Rücklagen müssen Sie nur mit einem geringeren Steuersatz versteuern. Von diesem Steuervorteil können Sie profitieren, bis Sie das Geld wieder aus der Firma entnehmen. Das sollte allerdings mindestens sieben Jahre dauern. Bei der Entnahme fällt dann ebenfalls eine Steuer an. Deshalb lohnen sich Rücklagen nur bei hohen Gewinnen. Wenn Sie eine Rücklage bilden möchten, müssen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Bildung von Rücklagen stellen.

5. Baumaßnahmen getrennt abschreiben

Falls Sie in diesem Jahr Ihre Büros umgebaut oder für Ihr Geschäft neu gebaut haben, sollten Sie sich von der Baufirma getrennte Rechnungen ausstellen lassen – für das Gebäude an sich und für sogenannte Betriebsvorrichtungen, zu denen zum Beispiel Ladeneinheiten, die Klimaanlage und Arbeitsbühnen gehören.

Durch diese separaten Rechnungen können Sie die Leistungen für das Gebäude und die für die „Betriebsvorrichtungen“ getrennt abschreiben. Das lohnt sich: Immerhin beträgt der Abschreibungszeitraum für Gebäude 33 Jahre, für Betriebsvorrichtungen nur 10 bis 15 Jahre.

6. Zwischenrechnung für Handwerkerleistungen ansetzen

Wenn Sie gerade Reparaturen an Maschinen oder Firmengebäuden vornehmen lassen oder bald beauftragen wollen, können Sie Ihren Gewinn fürs laufende Jahr mindern.

Lassen Sie sich von den Handwerkern eine Zwischenrechnung ausstellen, wenn die Arbeiten nicht bis zum 31. Dezember abgeschlossen werden. Denn Leistungen müssen nicht vollständig erbracht werden, damit Sie sie als Betriebsausgabe berücksichtigen können.

Wenn Sie zum hektischen Jahresende keine Zeit für Handwerker im Betrieb haben, können Sie den Reparaturaufwand auch schätzen und in der Bilanz als Rückstellung für unterlassene Reparaturen vermerken. Die Arbeiten sollten dann aber bis zum 31. März des folgenden Jahres abgeschlossen sein.

Es ist also auch am Jahresende noch nicht zu spät, um Steuern für das laufende Jahr zu sparen. Weitere Steuertipps zum Jahresende lesen Sie in diesem Blogartikel: Steuern sparen am Jahresende: 7 Steuertipps für Unternehmer

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