Jahressteuergesetz 2019 verabschiedet: Das ändert sich für Unternehmer ab 2020

Von 5. Dezember 2019Steuertipps

Überblick über wichtige steuerliche Maßnahmen – von Elektromobilität bis Weiterbildungsleistungen

Alle Jahre wieder kommt das Jahressteuergesetz. So wurde auch im November 2019 ein neues Paket an steuerlichen Änderungen vom Bundestag beschlossen, das Auswirkungen auf eine Vielzahl von Steuergesetzen hat. Diesmal geht es vor allem um die steuerliche Förderung der Elektromobilität.

Damit Sie sich nicht mit dem gesamten Gesetzeswerk befassen müssen, erhalten Sie in diesem Blogartikel einen Überblick über wichtige Änderungen für Unternehmer.

Warum ist das Jahressteuergesetz 2019 notwendig?

Wie es der offizielle Name des Gesetzes besagt („Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“), geht es beim neuen Jahressteuergesetz vor allem darum, die umweltfreundliche Mobilität durch steuerliche Fördermaßnahmen weiter voranzutreiben.

Außerdem sind Anpassungen an das EU-Recht und die Urteile des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) notwendig. In jedem Jahressteuergesetz stellt das Bundesministerium der Finanzen (BMF) auch Zweifelsfragen klar, korrigiert Fehler und ändert Inhalte redaktionell.

Was sich 2020 durch das Jahressteuergesetz 2019 ändert

Nachfolgend finden Sie wichtige Maßnahmen und Regelungen des neuen Jahressteuergesetzes, die für Sie als Unternehmer 2020 relevant werden.

Sonderabschreibung für rein elektrische Lieferfahrzeuge

Für Elektrolieferfahrzeuge sowie allgemein Elektronutzfahrzeuge und elektrisch betriebene Lastenfahrräder können Sie zukünftig im Jahr der Anschaffung eine Sonderabschreibung von 50 Prozent der Anschaffungskosten vornehmen – zusätzlich zur regulären Abschreibung. Das gilt für Fahrzeuge, die vom 1. Januar 2020 bis Ende 2030 angeschafft werden.

Begünstigte Besteuerung bei der Privatnutzung von Elektro-Dienstfahrzeugen bis 2030

Eine weitere Maßnahme, mit der der Kauf eines betrieblichen Elektroautos steuerlich noch attraktiver werden soll, ist die begünstigte Besteuerung bei der Privatnutzung eines Elektro-Dienstfahrzeuges. Seit 1. Januar 2019 ist die Bemessungsgrundlage für die private Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugs halbiert. Diese Maßnahme war zunächst bis Ende 2021 befristet und wird nun bis Ende 2030 verlängert.

Für bestimmte Fahrzeuge wird nun sogar die Bemessungsgrundlage auf ein Viertel herabgesetzt. Dazu gehören Kraftfahrzeuge, die zwischen dem 1. Januar 2019 und 31. Dezember 2030 angeschafft werden, keine Kohlendioxidemission haben und deren Bruttolistenpreis weniger als 40.000 Euro beträgt.

Pauschalbesteuerung für Jobtickets

Anfang 2019 wurde das steuerfreie Jobticket nach 16 Jahren wieder eingeführt. Seitdem können Arbeitgeber Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr steuerfrei bezuschussen, ohne die monatliche Grenze von 44 Euro für Sachbezüge beachten zu müssen. Auch die oft preiswerteren Jahreskarten sind nun begünstigt, was für Sie als Arbeitgeber weniger Verwaltungsaufwand und eine erhebliche Kostenersparnis bedeutet.

Bisher wurde das Jobticket noch auf die Entfernungspauschale des Arbeitnehmers angerechnet. Zukünftig können Sie die Ausgabe eines Jobtickets mit 25 Prozent pauschal versteuern. Dadurch entfällt dann die Anrechnung des Jobtickets auf die Entfernungspauschale des Arbeitnehmers.

Erhöhung der Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen

Ab 1. Januar 2020 werden die Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen angehoben. Für Abwesenheiten von 24 Stunden beträgt die Pauschale dann 28 statt 24 Euro, für An- und Abreisetage sowie für Tage ohne Übernachtung und mehr als 8-stündiger Abwesenheit 14 statt 12 Euro. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer außerhalb seiner ersten Tätigkeitsstätte und seiner Wohnung arbeitet.

Steuerbefreiung für Weiterbildungsleistungen

Zukünftig sollen Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers gesetzlich steuerbefreit werden – sogar rückwirkend ab 2019. Für Sie sind dann auch Weiterbildungsleistungen steuerfrei, mit denen Sie die individuellen beruflichen Kompetenzen Ihrer Mitarbeiter verbessern wollen, zum Beispiel Sprachkurse oder Computerkurse, die nicht arbeitsplatzbezogen sind.

Ermäßigter Steuersatz für E-Books

Für digitale Unternehmer, die E-Books sowie Zeitungen und Zeitschriften in elektronischer Form verkaufen, ist sicher der neue ermäßigte Umsatzsteuersatz interessant. Auch das Bereitstellen eines Zugangs zu Datenbanken mit vielen digitalen Büchern, Zeitungen und Zeitschriften soll umsatzsteuerlich begünstigt werden. Diese Neuregelung gilt nicht für jugendgefährdende Erzeugnisse und solche, die überwiegend Werbezwecken dienen (Kataloge, Reisewerbung).

Das Jahressteuergesetz 2019 enthält noch zahlreiche weitere Maßnahmen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen durch steuerliche Begünstigungen vor allem dazu ermuntert werden, ab 2020 verstärkt Elektroautos und den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

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