Midijobs: Sozialabgaben sparen und mehr verdienen

Von 27. Juni 2019Steuertipps

Neue Regelungen für Midijobs ab 1. Juli 2019

Gerade in der Urlaubszeit benötigen Sie vielleicht mehr Unterstützung als sonst und kommen mit geringfügig Beschäftigten (Minijobber) schnell an die Grenzen. Midijobs können da eine gute Lösung sein.

Bisher haben sich Mitarbeiter oft gescheut, langfristig mehr als 450 Euro pro Monat zu verdienen, da sie die Sozialabgaben fürchteten. Ab 1. Juli 2019 gelten neue Regeln für Midijobs, die das Beschäftigungsmodell attraktiver machen.

Erfahren Sie in diesem Blogartikel, welche das sind und wie Sie als Arbeitgeber davon profitieren.

Was sind Midijobs?

Minijobs sind weitläufig bekannt. Viele wissen, dass es sich dabei um eine geringfügige Beschäftigung handelt, bei der das regelmäßige Arbeitsentgelt die gesetzliche Höchstgrenze von 450 Euro pro Monat nicht übersteigen darf.

Weniger bekannt sind dagegen die Midijobs, bei denen der Arbeitnehmer regelmäßig mehr als 450 Euro pro Monat verdienen darf, aber auch – im Gegensatz zum Minijob – Steuern und Sozialversicherungsabgaben zahlen muss. Midijobber haben dafür bei Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Lohnfortzahlung und Krankengeld (bis zu 78 Wochen von der gesetzlichen Krankenkasse) und bei Arbeitslosigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 (nach 12 Beschäftigungsmonaten).

Was sich bei Midijobs ab 1. Juli 2019 ändert

Ab 1. Juli 2019 heißt die Gleitzone (wie die Midijobs auch genannt werden) Übergangsbereich. Viel wichtiger als der Name ist jedoch, dass dieser Übergangsbereich bis zu einem monatlichen Arbeitsentgelt von 1.300 Euro ausgeweitet wird.

Bisher profitierten Midijobber nur bei einem monatlichen Verdienst zwischen 450,01 und 850 Euro von den reduzierten Sozialabgaben (gegenüber Teil- und Vollzeitbeschäftigten), jetzt bei einem monatlichen Verdienst zwischen 450,01 und 1.300 Euro. Viele Teilzeitkräfte werden dadurch in den Midijob-Bereich rutschen.

Wer ab Juli 2019 zwischen 850,01 und 1.300 Euro verdient, hat also am Ende des Monats mehr übrig als bisher. Denn Midijobber müssen nicht mindestens 20 Prozent des Bruttoentgelts an die Sozialversicherungen abführen (wie Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte), sondern der Betrag wird individuell anhand des tatsächlichen Verdienstes berechnet.

Eine weitere Neuerung betrifft die Höhe der Rentenansprüche der Midijobber. Bisher erwarben Midijobber durch den reduzierten Rentenversicherungsbeitrag geringere Rentenansprüche. Ab Juli 2019 erwerben Beschäftigte im Übergangsbereich trotz reduzierter Beiträge volle Rentenansprüche.

Für Sie als Arbeitgeber wird dadurch die Meldung an die Rentenversicherung etwas komplizierter: Sie müssen zukünftig sowohl das tatsächliche Gehalt Ihrer Midijobber melden als auch ein fiktives beitragspflichtiges Gehalt, das über eine komplexe Formel errechnet wird.

Vorteile von Midijobs für Arbeitgeber

Arbeitgeber sparen beim Midijob im Vergleich zum Minijob ebenfalls Sozialabgaben. Denn bei einem Minijob entrichten Sie etwa 31 Prozent des Verdienstes an die Minijob-Zentrale, bei einem Midijob beträgt der Anteil nur rund 19 Prozent.

Wenn Sie Ihren Minijobbern 1 Euro im Monat mehr zahlen, sodass sie zum Midijobber werden, sparen Sie mehr als 50 Euro bei der Sozialversicherung. Und Sie sind durch den ausgeweiteten Übergangsbereich des Midijobs flexibler, was die Anzahl der Arbeitsstunden betrifft.

Rechtlich betrachtet sind Midijobber genau wie Minijobber mit denselben Arbeitnehmerrechten ausgestattet wie Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte. Deshalb besteht für Arbeitgeber kein Grund, nicht mehr mit Midijobs zu arbeiten.

Durch die vollen Rentenansprüche und die reduzierten Sozialabgaben bis 1.300 Euro Monatsverdienst werden die Midijobs auch für Arbeitnehmer ab 1. Juli 2019 attraktiver.

 

 

 

 

 

 

 

 

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