Sind Geschenke an Geschäftspartner steuerlich absetzbar?

Von 8. Mai 2019Steuertipps

Was Sie bei Geschenken als Betriebsausgabe beachten müssen

Kleine Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft – auch die Geschäftsfreundschaft. Wenn Sie sich bei Ihren Geschäftspartnern für die Zusammenarbeit bedanken oder mal wieder in Erinnerung bringen wollen, sind passende Geschenke eine gute Möglichkeit.

Viele Unternehmer fragen sich, wie Geschenke an Geschäftspartner steuerlich behandelt werden. Und das zu Recht. Denn nicht jedes Geschenk ist als Betriebsausgabe abzugsfähig. Sie sollten sich also schon bei der Wahl des Präsentes darüber Gedanken machen.

In diesem Blogartikel erfahren Sie, welche Geschenke abzugsfähig sind und wie Sie diese richtig versteuern.

Unter diesen Voraussetzungen sind Geschenke an Geschäftspartner abzugsfähig

Damit Sie ein Geschenk an einen Geschäftspartner steuerlich geltend machen können, muss es für das Geschenk einen betrieblichen Grund geben. Das heißt zum Beispiel, dass Sie eine neue  Geschäftsbeziehung anbahnen oder eine bestehende verbessern wollen. Es darf damit allerdings keine Gegenleistung vom Beschenkten verbunden sein.

Deshalb ist nicht jede Art von Geschenk abzugsfähig. Keine Geschenke sind zum Beispiel Rabatte (beziehen sich auf einen Kauf), Preise und Preisausschreiben, Trinkgelder und Sponsoringleistungen (Gegenleistung vorhanden), Warenproben und Werbeartikel sowie Werbeprämien (für die Anwerbung neuer Kunden gezahlt).

Verschenken können Sie dagegen Blumen (nicht bei Beerdigungen), Eintrittskarten wie Theaterkarten und Sach- und Geldgeschenke, die nicht mit einer Gegenleistung verbunden sind. 

Entscheidend für die Steuer ist auch die Höhe des Geschenkbetrags. Pro Person können Sie in einem Kalenderjahr nur Geschenke im Gesamtwert von 35 Euro als Betriebsausgabe abziehen (inklusive Umsatzsteuer, wenn Sie nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind). Inbegriffen sind auch die Kosten, falls Sie das Geschenk als Werbeträger kennzeichnen lassen, zum Beispiel mit Ihrem Logo oder Ihrer Internetadresse.

Das bedeutet: Wenn Sie in einem Jahr mehrere Geschenke an denselben Geschäftsfreund verschenken, dürfen alle Geschenke zusammen nicht mehr als 35 Euro kosten. Und zwar nicht 1 Cent mehr. Sonst wird der gesamte Betriebsausgabenabzug hinfällig. Denn bei den 35 Euro handelt es sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag.

So machen Sie auch teurere Geschenke steuerlich geltend

Was ist aber, wenn Sie Präsente verschenken wollen, die mehr als 35 Euro kosten? Auch hierfür gibt es eine Möglichkeit, wie Sie das teurere Geschenk steuerlich absetzen können.

Das Geschenk sollte ausschließlich beruflich und nicht privat genutzt werden können. Dann können Sie die Kosten für ein Geschenk über 35 Euro als Betriebsausgabe abziehen und auch bei der Umsatzsteuer berücksichtigen. Beispiele hierfür sind ein Spezialwerkzeug für einen Handwerker, ein Moderationskoffer für einen Kommunikationstrainer oder Fachbücher für einen Arzt.

Wie Sie Geschenke an Geschäftspartner richtig versteuern

Ordentliche Aufzeichnung

Wenn Sie diese Voraussetzungen bei der Wahl des Geschenkes berücksichtigt haben, ist es wichtig, dass Sie die Aufwendungen richtig aufzeichnen. Richtig bedeutet in diesem Fall: einzeln und getrennt von sonstigen Betriebsausgaben. Das kann auf einem Extra-Konto oder in einer gesonderten Spalte bei der Buchführung sein. Sie verlieren den Betriebsausgaben- und Vorsteuerabzug, wenn Sie die Geschenkkosten mit sonstigen Aufwendungen verbuchen.

Zudem ist entscheidend, dass der Name des Beschenkten aus der Buchung oder dem Buchungsbeleg hervorgeht. Nur so kann das Finanzamt nachvollziehen, wie viel Sie wem in einem Kalenderjahr geschenkt haben. Wenn Sie das gleiche Geschenk für mehrere Empfänger gekauft haben, dürfen Sie diese Kosten in einer Buchung zusammenfassen. Die Namen sollten aber auch auf dem Buchungsbeleg vermerkt sein oder in einer Namensliste mit der Rechnung aufbewahrt werden.

Am besten Sie fotografieren das Geschenk zusätzlich noch und bewahren das Foto zusammen mit der Rechnung auf. So können Sie Geschenke gegenüber dem Finanzamt lückenlos dokumentieren.

Pauschalversteuerung

Prinzipiell müssen alle Geschenke, die mehr als 10 Euro kosten, vom Beschenkten als geldwerte Vorteile versteuert werden. Da das aber nicht gerade für Freude beim Empfänger sorgt, sollten Sie die Steuer besser übernehmen. Das ist möglich, indem Sie Geschenke pauschal versteuern und dies dem Beschenkten mitteilen.

Die Pauschalsteuer in Höhe von 30 Prozent wird aus dem Bruttowert (inklusive Umsatzsteuer) der Zuwendung errechnet (plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) und gilt selbst als Geschenk. Das heißt, der Nettowert des Geschenks darf zusammen mit der Pauschalsteuer nicht über der Freigrenze von 35 Euro liegen. Sonst scheitert der gesamte Betriebsausgabenabzug.

Die Pauschalsteuer an sich können Sie wiederum auch als Betriebsausgabe abziehen, wenn das Geschenk ebenfalls abzugsfähig ist.  

Achten Sie also bei Geschenken an Geschäftspartner auf die Höhe des Geschenkbetrages, die separate Aufzeichnung und die pauschale Versteuerung. Wenn Sie sich schon bei der Wahl des Geschenkes darüber Gedanken machen, freuen sich nicht nur Ihre Geschäftspartner, sondern Sie profitieren auch steuerlich davon.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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