Steuern sparen am Jahresende: 7 Steuertipps für Unternehmer

Von 5. Dezember 2018Steuertipps

Wie Sie für 2018 noch Ihre Steuerlast senken können

Alle Jahre wieder steht der Jahreswechsel schneller vor der Tür, als man denkt. Im letzten Monat des Jahres 2018 wird es für Unternehmer Zeit, sich neben den Weihnachtsvorbereitungen noch einmal mit dem Thema Steuern zu beschäftigen.

Wer am Jahresende clever plant, kann für das Jahr 2018 noch Steuern sparen. In diesem Blogartikel stellen wir Ihnen sieben Möglichkeiten vor, wie Sie Ihre Steuerlast senken können.1. Betriebsausgaben clever planen

 

Dieser Tipp liegt auf der Hand: Wenn Sie die Betriebsausgaben erhöhen, mindern Sie Ihren Gewinn und Sie müssen weniger Einkommensteuer zahlen. Bei Freiberuflern und Selbstständigen, die eine Einnahmen-Überschussrechnung erstellen, ist der Zahlungszeitpunkt entscheidend.

Falls Sie also in der nächsten Zeit Anschaffungen planen, sollten Sie überlegen, ob nicht ein Kauf noch in diesem Jahr sinnvoll ist. Dabei ist wichtig, dass Sie auf die Höhe der Investition achten. Nicht jeder Kauf macht steuerlich gleichermaßen Sinn.

Bei teuren Anlagegütern zahlen Sie zwar sofort den gesamten Betrag, können die Kosten aber nur über den gesamten Nutzungszeitraum abschreiben. Das bedeutet, die Betriebsausgabe ist in diesem Jahr eher gering – trotz hoher Investition.

Mehr Sinn macht es deshalb, Investitionen für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) bis 800 Euro netto zeitlich vorzuziehen. Dazu gehören zum Beispiel Computer, Telefone und Büromöbel. Diese können Sie sofort komplett im Jahr der Anschaffung abschreiben. Die 800-Euro-Grenze gilt für den Einzelpreis des eigenständig nutzbaren Wirtschaftsguts. Sie können also auch fünf Tische für jeweils 799 Euro netto kaufen.

2. Investitionen vorzeitig abschreiben

Mit Anschaffungskosten, die Sie in der Zukunft haben werden, können Sie schon jetzt Ihre Steuerlast senken. Der sogenannte Investitionsabzugsbetrag [interner Link zu Blogartikel Investitionsabzugsbetrag] macht es möglich.

Damit verschieben Sie die Steuerlast aber nur zeitlich. Die Steuern zu stunden, ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Sie für größere Investitionen wie Fahrzeuge, Maschinen oder Büroeinrichtung Mittel ansparen wollen.

Mit dem Investitionsabzugsbetrag können Sie maximal 40 Prozent des voraussichtlichen Nettokaufpreises der geplanten Investition vom Gewinn des Geschäftsjahres abziehen. Bei der Investition muss es sich um ein abnutzbares bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens handeln.

3. Sonderabschreibungen prüfen

Größere Anschaffungen über 1.000 Euro können Sie nicht sofort, sondern nur über ihren Nutzungszeitraum abschreiben. Mit einer Sonderabschreibung haben Sie aber die Möglichkeit, Ihren Gewinn zusätzlich sofort um bis zu 20 Prozent der Investitionssumme zu mindern.

Das gilt nur für Investitionen in bewegliche Objekte wie etwa den Firmenwagen. Außerdem dürfen Sie nicht mehr als 100.000 Euro (ohne Investitionsabzugsbetrag) Jahresgewinn beziehungsweise nicht mehr als 235.000 Euro Eigenkapital in Ihrer Bilanz stehen haben.

4. Rückstellungen bilden

Liegen Sie vielleicht gerade in einem Rechtsstreit mit einem Kunden oder Lieferanten? Dann kommen wahrscheinlich höhere Kosten (etwa für den Anwalt) im nächsten Jahr auf Sie zu, falls der Sachverhalt zum Jahresende noch nicht geklärt ist.

Diese Kosten können Sie bereits im aktuellen Jahresabschluss als Rückstellung erfassen. Damit reduzieren Sie jetzt schon den Gewinn durch Kosten, die erst entstehen werden.

5. Warenbestände bei der Inventur abwerten

Das Jahresende ist ein guter Zeitpunkt für eine Inventur. Denn selten ist die im Lager liegende Ware noch das wert, was Sie einmal dafür bezahlt haben. Der Wert Ihres Warenbestandes beeinflusst wiederum die Höhe Ihres Gewinns.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Bestände zum Jahreswechsel noch einmal überprüfen. Ware, die Sie nicht zum kalkulierten Preis verkaufen können, weil sie zum Beispiel inzwischen veraltet (Saisonware) oder in kleinen Mengen schlecht verkäuflich ist, sollten Sie prozentual auf den realistischen Wert abwerten.

6. Private Krankenversicherungsbeiträge vorauszahlen

Neben den betrieblichen Investitionen gibt es auch noch die Möglichkeit, die Steuerlast durch vorgezogene Krankenkassenbeiträge zu senken. Bei vielen privaten Krankenversicherungen können Sie die Beiträge für bis zu 2,5 Jahre im Voraus zahlen.

Für die Steuer ist der Zahlungszeitpunkt der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entscheidend. Wenn Sie also jetzt schon für die nächsten Monate vorauszahlen, können Sie dieses Jahr noch Steuern sparen.

Außerdem schaffen Sie im nächsten Jahren mehr Platz, um Beiträge zur privaten Lebens- oder Rentenversicherung, zur Risikolebensversicherung oder der privaten Haftpflichtversicherung steuerlich geltend zu machen. Denn wenn durch die Basisbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der jährliche Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen (2.800 Euro für Selbstständige) noch nicht ausgeschöpft ist, können Sie die Ausgaben für weitere Versicherungen geltend machen.

7. Sonderzahlungen für die Altersvorsorge leisten

In der Regel können Sie auch Sonderzahlungen für Ihre persönliche Altersvorsorge leisten. Falls Sie also dieses Jahr noch nicht so viel in Ihre private Rentenversicherung eingezahlt haben, können Sie das im letzten Monat des Jahres noch erledigen.

Pro Jahr sind 23.712 Euro (2018) für die Rentenversicherung steuerlich begünstigt (bei Verheirateten 47.424 Euro). Da die Zahlungen zu dem Zeitpunkt in der Steuererklärung berücksichtigt werden, zu dem sie tatsächlich an die Rentenkasse erfolgen, können Sie Ihre Steuerlast in diesem Jahr noch beeinflussen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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