Steuerliche & Wirtschaftliche Informationen
zum Thema Corona-Krise
(aktualisiert 15.07.2020)

Steuerliche Entlastungsmaßnahmen

Verlustverrechnung

Durch die Corona-Krise verringern sich bei vielen Steuerpflichtigen in 2020 ihre Gewinne aus Gewerbebetrieb bzw. freiberuflicher Arbeit oder ihre Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Ab sofort können Sie daher einen Antrag auf pauschalisierte Herabsetzung der Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen rückwirkend für 2019 stellen.

Näheres regelt ein BMF-Schreiben vom 24.04.2020.

Stundung, Anpassung von Vorauszahlungen etc.

Wenn  Unternehmen aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen, stehen ihnen verschiedene steuerliche Hilfsangebote der Finanzämter zur Verfügung. Dies haben etwa die Länder Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern explizit beschlossen. In Betracht kommen hierbei:

  1. Herabsetzung von laufenden Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer.
  2. Gewährung von Stundungen: Fällige Steuerzahlungen können auf Antrag vorübergehend gestundet werden. In diesen Fällen sollen keine Stundungszinsen erhoben werden, die sonst 0,5 Prozent (also 6 Prozent im Jahr) betragen (§ 238 AO). Eine zinsfreie Steuerstundung schont die Liquidität der Unternehmen.
  3. Vorübergehender Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen.
  4. Erlass von Säumniszuschlägen: Das Ermessen der Finanzämter soll entsprechend erweitert werden.

Voraussetzung hierfür ist ein entsprechender Antrag beim Finanzamt mit dem insbesondere die Betroffenheit vom Coronavirus und das Ausmaß der wirtschaftlichen Schwierigkeiten dargestellt wird. Als Steuerberater können wir diesbezüglich umgehend für Sie aktiv werden. Die Finanzämter werden angewiesen in den vorgenannten Antragsfällen von ihrem eingeräumten  Ermessen großzügig Gebrauch zu machen.

Personelle Entlastungsmaßnahmen

Kurzarbeitergeld

Auch für ihre Mitarbeiter ist die aktuelle Situation sehr belastend. Private Ausgaben müssen weiterbezahlt werden, die Kinder infolge der Schließung von Kita oder Schule anderweitig betreut werden. Zögern sie dennoch nicht, die personelle Situation in ihrem Unternehmen, also insbesondere die zukünftige Personalauslastung objektiv einzuschätzen. Der Gesetzgeber hat im Hinblick auf die aktuelle Krisensituation die Zugangsvoraussetzungen zum Kurzarbeitergeld gemindert. So kann infolge von krisenbedingtem Arbeitsausfall von mindestens 10% Lohnausfall bei mindestens 10% der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld beantragt werden. Informationen zur Beantragung erteilt die Bundesagentur für Arbeit.

Kreditprogramme der KfW, SAB und SBB

Kreditprogramme zur Liquiditätssicherung

Zwischenzeitlich sind sowohl auf Bundes-als auch auf Länderebene die Hilfsprogramme zur kurzfristigen Liquiditätsausstattung gestartet.

Seit März steht das KfW-Sonderprogramm 2020 zu Verfügung. Die Mittel für das KfW Sonderprogramm sind unbegrenzt. Es steht sowohl mittelständischen Unternehmen wie auch Großunternehmen zur Verfügung. Die Kreditbedingungen werden nochmals verbessert. Das KfW Sonderprogramm 2020 wird über die Programme KfW-Unternehmerkredit, KfW-Schnellkredit, ERP-Gründerkredit – Universell sowie dem KfW-Sonderprogramm 2020 – Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung umgesetzt, deren Förderbedingungen modifiziert und erweitert wurden.

Zur Deckung kurzfristigen Liquiditätsbedarfs steht das Sonderprogramm für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und der freien Berufe zur Verfügung, um den Zugang der Unternehmen zu günstigen Krediten zu erleichtern. Auf diese Weise können im erheblichen Umfang liquiditätsstärkende Kredite der Hausbanken mobilisiert werden.

Daneben hat der Freistaat Sachsen über die Sächsische Aufbaubank die Finanzierung betroffener Unternehmen aufgenommen. Ab sofort können Einzelunternehmer, Freiberufler und Kleinstunternehmen in Sachsen das Soforthilfe-Darlehen „Sachsen hilft sofort“ beantragen. Alle Details zu diesem Programm sowie aktuelle Informationen der SAB im Zusammenhang mit der Coronakrise finden Sie unter dem nebenstehenden Link.

Nichtrückzahlbare Zuschüsse

Überbrückungshilfe

Die Überbrückungshilfe wird branchenübergreifend kleinen und mittelständischen Unternehmen gewährt, die ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten.

Dies wird angenommen, wenn Umsätze Corona-bedingt im April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen sind. Die Überbrückungshilfe soll den Besonderheiten stark betroffener Branchen Rechnung tragen.

Näheres über die Überbrückungshilfe erfahren Sie hier.

Corona Soforthilfeprogramm des Bundes (Zuschuss)

Besondere Unterstützungsmaßnahmen gelten für kleine Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe, die durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind. Sie verfügen in der Regel kaum über Sicherheiten oder weitere Einnahmen. Diesen Unternehmen soll schnell und unbürokratisch geholfen werden. Zur Sicherstellung ihrer Liquidität erhalten sie eine Einmalzahlung für drei Monate – je nach Betriebsgröße in Höhe von bis zu 9.000 Euro (bis zu fünf Beschäftigte/Vollzeitäquivalente) bzw. bis zu 15.000 Euro (bis zu zehn Beschäftigte/Vollzeitäquivalente). Damit sollen insbesondere die wirtschaftlichen Existenz der Antragsteller gesichert und akute Liquiditätsengpässe wegen laufender Betriebskosten überbrückt werden, zum Beispiel Mieten und Pachten, Kredite für Betriebsräume oder Leasingraten.

Näheres über das Soforthilfe-Zuschuss-Programm für den Freistaat Sachsen erfahren Sie hier.

Private Absicherung des Unternehmers

Neben der wirtschaftlichen Absicherung ihres Unternehmens durch die Inanspruchnahme von Liquiditätshilfen oder der Einleitung von personellen Maßnahmen darf natürlich auch die wirtschaftliche Absicherung des Unternehmers oder Geschäftsführers nicht vergessen werden. Folgende Maßnahmen können hierbei in Betracht kommen:

Sonderhilfeprogramm „Leipzig hilft Solo-Selbstständigen“

Für Leipziger Solo-Selbständige hat die Stadt ein Hilfsprogramm aufgelegt. Es soll den von der Corona-Krise gravierend betroffenen Solo-Selbständigen helfen ihre Lebenshaltungskosten zu bezahlen.

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Anpassung bzw. Stundung von Krankenversicherungsbeiträgen

Bei starken Gewinneinbrüchen besteht die Möglichkeit, den Beitrag zur freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung anzupassen oder stunden zu lassen. Sprechen Sie Ihre Krankenversicherung darauf an. Hinweise auf diese Möglichkeiten finden Sie z.B. auf der Website der Techniker Krankenkasse.

Grundsicherung

Auch Selbständige haben grundsätzlich Anspruch auf Grundsicherung (Hartz IV), wenn der Verdienst unterhalb des Hartz-IV-Regelsatzes liegt. Im Hinblick auf die Corona-Krise hat der Gesetzgeber die Zugangsvoraussetzungen gelockert. Wer in der Zeit vom 1.3.2020 bis 30.6.2020 einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung stellt und erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, darf Rücklagen in den ersten sechs Monaten behalten. Erst danach greifen wieder die bislang geltenden Regelungen für den Einsatz von Vermögen.

Änderungen bei der Lohn & Gehaltsabrechnung

Zuschuss für Auszubildende (Sachsen)

Sächsische Unternehmen, die nicht mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen und für die Kurzarbeit bewilligt worden ist, erhalten zur Sicherung der Ausbildungsplätze einen Zuschuss für ihre Auszubildenden. Dieser beträgt bis zum 1,5 fachen des jeweiligen Ausbildungsentgeltes.

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Corona-Prämien

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können ihren Beschäftigten nun Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren.

Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. Andere Steuerbefreiungen und Bewertungserleichterungen bleiben hiervon unberührt. Die Beihilfen und Unterstützungen bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei.

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Lohnfortzahlung bei Kinderbetreuung

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durften bereits bislang zur Betreuung ihrer Kinder für einen kurzen Zeitraum ohne Lohneinbußen ihrem Arbeitsplatz fernbleiben. Voraussetzung war, dass sie ihre Kinder nicht anderweitig betreuen konnten (z.B. Ehepartner, Nachbarschaft). Diese rechtliche Möglichkeit nach § 616 BGB war allerdings nach derzeitiger Rechtslage auf wenige, in der Regel zwei bis drei Tage, begrenzt. Außerdem kann § 616 BGB durch den Arbeitsvertrag oder einen Tarifvertrag abbedungen werden.

Das BMAS bittet angesichts der akuten Lage zu pragmatischen, unbürokratischen und einvernehmlichen Lösungen zu kommen, die nicht zu Lohneinbußen führen und die Möglichkeiten der Lohnfortzahlung im Betreuungsfall eher großzügig auszugestalten. Zumindest in der ersten Woche sollte aufgrund der akut notwendigen zwingenden Betreuung von Kindern keine Lohnminderung erfolgen. Wo möglich, könnten auch Homeoffice-Lösungen oder flexible Arbeitszeitregelungen dazu beitragen, die aktuelle Situation zu bewältigen. Arbeitnehmer könnten auch die Möglichkeit wahrnehmen, über Zeitausgleiche (z.B. Überstundenabbau) oder kurzfristige Inanspruchnahme von Urlaub, die Betreuung ihrer Kinder im Anschluss an die ersten Tage sicherzustellen.

Inzwischen wurde in das Infektionsschutzgesetz ein Entschädigungsanspruch für Verdienstausfälle bei behördlicher Schließung von Schulen und Kitas aufgenommen.

Er gilt für Sorgeberechtigte von Kindern bis zum 12. Lebensjahr, wenn sie ihre Kinder aufgrund der Schließung selbst betreuen müssen und daher ihrer beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen können.

Voraussetzung ist, dass die Betroffenen keine anderweitige zumutbare Betreuung (z.B. durch den anderen Elternteil oder die Notbetreuung in den Einrichtungen) realisieren können. Risikogruppen wie z. B. die Großeltern des Kindes müssen dazu nicht herangezogen werden.

Ein Verdienstausfall besteht nicht, wenn es andere Möglichkeiten gibt, der Tätigkeit vorübergehend bezahlt fernzubleiben wie etwa der Abbau von Zeitguthaben. Auch gehen Ansprüche auf Kurzarbeitergeld dem Entschädigungsanspruch vor.

Höhe und Dauer der Entschädigung:

67 % des Nettoeinkommens für bis zu sechs Wochen, begrenzt auf einen monatlichen Höchstbetrag von 2.016 Euro.

Die Regelung gilt nicht für Zeiten, in denen die Einrichtung wegen der Schulferien ohnehin geschlossen wäre, und ist befristet bis zum 31.12.2020.

Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann.

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Information zu den Steuerberatungsgebühren

Nachfolgend möchten wir Sie über aktuelle Änderungen im Rechnungsprozedere aufgrund der Corona-Krise informieren. Auch wir müssen uns in der aktuellen Krisensituation bewähren und unsere Mitarbeiter fristgerecht entlohnen. Sollten  Sie oder Ihr Unternehmen daher nicht oder nur unwesentlich von der Krisensituation betroffen sein, helfen Sie uns durch die pünktliche Bezahlung Ihrer Rechnungen.

Wenn Sie dagegen direkt und wesentlich von den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise betroffen sind, z.B. durch Betriebsschließung oder drastische Umsatzeinbrüche und entsprechende Liquiditätserhaltungsmaßnahmen bereits beantragt haben oder beabsichtigen, z.B.  Hilfskredite oder Zuschüsse, dann bieten wir Ihnen ab sofort eine Zahlungsstundung an.

Diese gilt bis zur Auszahlung entsprechender Finanzmittel, längstens bis zum 30.06.2020. Denn ungeachtet dieser Krisenauswirkung möchten wir weiterhin mit Ihnen zusammenarbeiten und für Sie da sein.

Denken Sie bitte auch daran, dass zur Beantragung von Fördermaßnahmen  u.U. Jahresabschlüsse  und BWA´s erstellt und diese zeitnah an die zuständigen Institutionen geschickt werden müssen. Auch muss ggf. der erforderliche Liquiditätsbedarf ermittelt werden. Diesbezüglich möchten wir schnell und unbürokratisch für Sie tätig werden.

Des Weiteren bieten wir betroffenen Unternehmen die Umstellung des laufenden Buchhaltungshonorars auf Zeitgebühr an. Im Fall deutlicher Umsatzrückgänge wird sich durch diese Maßnahme eine schnelle und spürbare Reduzierung des laufenden Buchhaltungshonorars ergeben.

Aufgrund der Corona-Krise zusätzlich durch uns erbrachte Leistungen, wie z.B. Erarbeitung von Finanzplänen, Zusammenstellung und Versand von wirtschaftlichen Unterlagen (Bilanzen, BWA´s etc.), Steuerstundungs-, Anpassungs-und Herabsetzungsanträge werden wir abweichend von der Steuerberatervergütungsverordnung nach Zeitgebühr abrechnen. Wenn weiterhin eine Abrechnung nach Gegenstandswerten gewünscht wird, bitten wir um entsprechende Information.

Für die Berechnung und Beantragung von Kurzarbeitergeld fallen 19,00 EUR netto pro Arbeitnehmer zusätzlich zur Lohnabrechnung an.

Steuererstattungsansprüche 2019 prüfen!

Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise kann es sowohl in Unternehmen als auch in Privathaushalten zu Liquiditätsengpässen kommen. Lassen Sie daher prüfen, ob ggf. Steuererstattungsansprüche für 2019 zu erwarten sind! Hierbei sind wir Ihnen gerne behilflich.

Kontaktieren Sie hierzu Ihre zuständige Sachbearbeiterin bzw. zuständigen Sachbearbeiter.

Für den Bereich der Arbeitnehmerveranlagung  wenden Sie sich bitte an die Leiterin Einkommensteuer, Frau Manuela Baack.

Terminwunsch Einkommensteuererklärung
Wie sind wir für Sie erreichbar?

Unsere Kanzlei ist zwischen 8.00 Uhr und 16.30 Uhr weiterhin für Sie geöffnet. Die Abgabe von Buchhaltungsunterlagen ist möglich, der direkte Kontakt zu den Sachbearbeitern aus gesundheitlichen Gründen bis auf Weiteres nicht. Rücksprachen und Abstimmungen können telefonisch oder per E-Mail vorgenommen werden.

Auch Beratungsgespräche mit unseren Steuerberatern werden mindestens bis 31.07.2020 ausschließlich telefonisch, per Online-Meeting oder Video-Conferencing möglich sein.

Prioritäten während der Corona-Krise

In Papierform eingereichte oder uns elektronisch eingereichte Buchhaltungsunterlagen werden im Hinblick auf die unverändert geltenden Abgabefristen weiterhin zeitnah bearbeitet. Aufgrund der Corona-Krise erreichen uns derzeit jedoch zahlreiche zusätzliche Beratungsanfragen zu den Themen Kurzarbeitergeld oder steuerlicher und wirtschaftlicher Entlastungsmaßnahmen.  Unsere Mitarbeiter sind angewiesen, diese Beratungsanfragen an den zuständigen Steuerberater weiterzuleiten. Bei der Bearbeitung der Jahresabschlüsse 2019 gehen wir zeitlich nach folgender Reihenfolge vor:

  1. Erstellungszeitpunkt nach Mandantenvorgabe
  2. Jahresabschlüsse zur Beantragung von Hilfskrediten
  3. Jahresabschlüsse mit zu erwartenden Steuerguthaben
  4. übrige Jahresabschlüsse

Bitte beachten Sie die vorstehende Bearbeitungsfolge und kontaktieren Sie ggf. Ihren Sachbearbeiter.

Mandantenrundschreiben zur Corona-Krise

Mandanteninformation vom 16.03.2020Mandanteninformation vom 19.03.2020Mandanteninformation vom 24.03.2020

Linksammlung

Nachfolgend haben wir Ihnen die wichtigsten Links für wirtschaftliche und steuerliche Informationen zur Corona-Krise zusammengestellt.

  1. Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  2. Sächsische Aufbaubank
  3. Sächsische Bürgschaftsbank
  4. Bundesfinanzministerium
  5. Stadt Leipzig